Ulrike Metzler im Gespräch

Warum arbeiten Sie gerne als Heilpraktikerin (HP) mit diesen Schwerpunkten?

Weil ich überzeugt bin, durch meine Fähigkeiten Menschen mit gesundheitlichen Problemen auf unterschiedliche Weise helfen zu können.
 

Sie kommen aus der Industrie, sind Ingenieurin für Ernährungstechnik und haben vor mehr als 10 Jahren eine Zäsur in Ihrem beruflichen Leben vollzogen. Was waren die Gründe?

Eigene gesundheitliche Probleme und die Faszination der naturheilkundlichen Therapieansätze, die in meinem Fall hervorragend gewirkt haben. Meine naturwissenschaftliche Grundlage in Form dieses Studiums, einige Semester Medizin sowie die Qualifikation als Heilpraktikerin legten den „Grundstein“ für meine heutige Arbeit.

 

Heilkunde ist der Oberbegriff, der Heilpraktiker und Ärzte verbindet. Wie definieren Sie Ihr Verhältnis zu den Ärzten?

Ich pflege ein gutes Verhältnis zu den Ärzten. Je nach Fachgebiet sind Ärzte eher für akute Erkrankungen und wir Heilpraktiker mehr für chronifizierte Krankheitsgeschehen zuständig. Idealerweise arbeiten beide Berufsgruppen zum Wohl des Patienten zusammen und respektieren gegenseitig ihre Kompetenzen. So handhabe ich es jedenfalls. Zudem steigt der Bedarf an qualifizierten Heilkundlern. Denn vor etwa 100 Jahren betrug das Verhältnis zwischen akuten und chronischen Erkrankungen noch 50:50, heute liegt es bei 20:80.

 

Menschen kommen zu Ihnen unter anderem deswegen, weil Sie sich auf Schmerztherapien spezialisiert haben. Was ist daran biologisch und wie arbeiten Sie?

Schmerzen sind normalerweise ein Warnsignal, zumindest in der akuten Form und sollten nicht medikamentös „unterdrückt“ werden (Ausnahme: chirurgische Eingriffe!). Symptomatische Linderungsbehandlung ist für viele Menschen nicht der Weg zur Schmerzreduktion, sondern eine möglichst ursächliche „Heil-Behandlung“ ist erstrebenswert. Je nach Beschwerdebild wird die Behandlung unter osteopathischen und/oder stoffwechselbedingten Aspekten angegangen.

Ferner bemühe ich mich, mit möglichst wenig Medikamenten auszukommen. Falls notwendig und hilfreich, gibt es eine große Auswahl naturheilkundlicher Substanzen, die eingesetzt werden können. Diese haben im Gegensatz zu allopathischen Arzneimitteln so gut wie keine Nebenwirkungen.

 

Die individuelle Gesundheitsvorsorge liegt Ihnen am Herzen. Welche Entwicklung des Gesundheitswesens in Deutschland würden Sie sich wünschen?

Ich wünsche mir weniger Bürokratie, dafür mehr Individualität in den medizinischen Einrichtungen und eine hohe Selbstverantwortung des Einzelnen. Prävention soll vor Reparatur stehen! Ich plädiere für eine seriöse und individuelle Aufklärung bei den bekannten „Zivilisations(Wohlstands)krankheiten“ (Bluthochdruck, Diabetes, Fettsucht, Allergien, Rheuma etc.). Und in Zukunft sollen die sogenannten „unsichtbaren“ Belastungen, wie Elektrosmog und Strahlenbelastung, größere Aufmerksamkeit erfahren – ein weites Feld für eine gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Heilpraktikern, Physikern, Chemikern, Gesundheitspädagogen und verwandten Berufsgruppen.